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 Was wenn doch

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Kai Naumann
Schalker Wetterfee
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BeitragThema: Was wenn doch   26th Dezember 2016, 8:20 pm

Thomas war verdammt froh jetzt endlich ein paar Tage Ruhe zu haben. Die Winterpause hatte gestern angefangen und er war damit auch erst mal von seinen Pflichten befreit, zumindest bis nach Weihnachten. Seine Prüfungen hatte er auch fürs erste hinter sich, erst im März standen da die nächsten an. Mit anderen Worten, himmlische Zustände. 
Gut, nicht ganz. Denn die meisten Gäste von Leonie hatten irgendwas mit mit den Schlüpfen zu tun. Ob Freunde vom Fußballgucken, oder ihr Freund oder Ehepaar Höwedes. Er hatte ja noch gehofft die würden nicht kommen, weil die Schalker erst gestern das letzte Spiel gehabt hatten, aber Pustekuchen. Als würde sich Roman den Geburtstag seiner Freundin durch irgendwas nehmen lassen. Wie konnte er nur so was denken. 
Naja, auf jeden Fall würde er als Dortmunder da wohl relativ verloren rum stehen. Zum Glück, so konnte er das inzwischen sogar wirklich manchmal sehen, war Marco inzwischen auch sein Ex und damit hatte es auch keine Diskussion gegeben ob er ihn hatte mitbringen dürfen. Leonie redete zwar inzwischen wieder mit ihm und Roman auch, aber dabei haben wollten sie ihn wohl beide nicht. 
Ein Mensch bei dem er sich zurück halten mussten reichte ihm auch vollkommen. Zu seinem eigenen Erstaunen hatte er irgendwann, das war auch bestimmt schon über ein Jahr her, festgestellt, dass er auf Lisa stand. Nicht das er in sie verknallt war oder so, wirklich nicht da war er sich inzwischen sicher. Doch mit einem Augenaufschlag löste sie Fantasien und Wünsche bei ihm aus, die absolut unangebracht waren. So was von unangebracht. 
Er konnte es nicht mal auf Notstand oder so schieben, immerhin hatte er das festgestellt als er noch mit Marco zusammen gewesen war. Zum Glück sahen sie sich ja nicht so oft und das mit Marco war auch Geschichte, musste er sich zumindest deswegen keine Gedanken machen. Auch wenn da eh niemals irgendwas laufen würde. Dafür war er ihr bestimmt viel zu jung und sie viel zu verheiratet. 
Zum Glück würde er heute leichter flüchten können, wenn es ihm zu viel wurde. Vom Verein hatte er sein Auto zwar nicht geschenkt bekommen, aber immerhin günstiger und deswegen fuhr er jetzt einen nagelneuen Opel. Hatte er zum Teil von seiner Mutter zum Geburtstag bekommen und den Rest hatte er selbst finanzieren können. Opel war jetzt nicht die hippeste Marke schlechthin, aber er war ziemlich zufrieden. Und seiner Flucht stand im Zweifelsfall nur der Alkohol im Weg. Dann würde er eben bei Leonie schlafen müssen. Nein, verdammt, die feierten ja gar nicht bei seiner Cousine. Im letzten Moment blieb er doch noch auf der Autobahn und fuhr weiter Richtung Haltern. 

Da ihre liebe beste Freundin keine Lust gehabt hatte ihren Geburtstag zu feiern, hatte kurzerhand sie das organisiert. Jetzt fand die Feier in ihrem Elternhaus in Haltern statt, weil das ausreichend Platz und ihre Eltern eh in Urlaub waren. Natürlich hatte sie trotzdem vorher gefragt, aber die hatten nichts dagegen, auch wenn die bei dem Vorschlag einer Gartenparty im Dezember schon zweifelnd die Augenbrauen hoch gezogen hatten. 
Doch sie hatte das trotzdem hinbekommen und ein Zelt und Heizstrahler organisiert. So wurde es draußen sogar fast kuschelig. Roman hatte ihr geholfen, auch wenn er genau so viel unterwegs gewesen war wie ihr eigener Mann, aber er schenkte Leonie die Feier quasi zum Geburtstag. Und noch eine kleine Überraschung in die bis jetzt nur sie und Bene eingeweiht waren. Einfach weil ihr Mann Roman immer wieder hatte versichern müssen, dass schon alles gut gehen würde. 
„Na komm, du siehst toll aus“, versuchte die dann das Geburtstagskind aus dem Bad zu bekommen. Die hatte sich da drin nämlich eingeschlossen und zupfte wohl seit zehn Minuten an ihrem Kleid herum. Dabei sah sie wirklich umwerfend aus. „Du Jungs müssten jeden Moment hier sein.“ Wie auf Kommando hörte sie im Erdgeschoss die Tür und Benes „Sind da!“
Sofort flog die Tür auf und Leonie stürmte die Treppe runter um Roman um den Hals zu fallen. Langsamer folgte Lisa ihr und begrüßte dann auch ihren Mann. „Alles gut geklappt?“ Fragte sie nach, nachdem sie den Kuss gelöst hatten. „Klar, alles Prima. Bis auf den Zappelphilipp da vorne“, gab der schmunzelnd Antwort. Roman hatte ihn aber entweder wirklich nicht gehört oder ignorierte seinen Kumpel geflissentlich.  
„Na komm, lassen wir denen mal einen Moment.“ Für sie war es zwar jedes Mal aufs neue erstaunlich, aber die beiden führten sich auch nach zwei Jahren Beziehung noch auf wie frisch verliebt. Klar, sie stritten auch mal, aber alles in allem führten die schon eine ziemlich harmonische Beziehung. Bei ihr und Bene hatten sich diese Verliebtheit irgendwann gelegt und war einer tiefen Liebe und Verbundenheit gewichen und gerade das schätzte sie so an ihrer Beziehung. Sie Beide waren aber natürlich auch schon ein bisschen länger zusammen als Roman und Leonie. 
„Wir haben fast alles raus getragen“, erklärte sie wohl recht unnötiger Wiese, denn im Wohnzimmer standen kaum noch Möbel. Nur die Sitzgelegenheiten und der große Schrank waren stehen geblieben. Allerdings am Rand, weil das Wohnzimmer den Durchgang zum Garten darstellte. Außerdem war Lisa auf die glorreiche Idee gekommen einen hässlichen Rollteppich zu kaufen. Sonst würden ihre Eltern sie töten, wenn zisch tausend Leute mit matschigen Schuhen durch ihr Wohnzimmer gelaufen waren. Draußen war es zwar trocken und unter dem Zelt erst recht, aber das würde mit Sicherheit nicht den ganzen Abend so bleiben. Zermatschtes Gras war schließlich nicht besser als Matsch. 
Langsam müssten aber auch die Gäste kommen. Eingeladen hatten sie für in einer halben Stunde. „Okay, dann geht euch mal umziehen“, schickte sie die beiden Männer nach oben und ging dann mit Leonie nochmal alles durch. Doch, sie hatten wirklich an alles gedacht. Also holten sie schon mal den Sekt und stießen mit ihren Männern an. 

Er hatte doch etwas länger gebraucht, weil er erst Richtung Düsseldorf und dann wieder Richtung Haltern gefahren war. Manchmal könnte er sich echt selbst eine Kopfnuss geben. Natürlich hatten sie drüber gesprochen, sie hatten ihm sogar die Adresse geschickt, damit er es auch sicher fand. Doch nachdem er endlich aus Dortmund weg gekommen war, hatte er darüber gar nicht mehr nachgedacht. 
So kam er auch ziemlich verspätet an und daraus das schon die ganze Straße vollgeparkt war schloss er mal, dass schon ein paar Leute da sein dürften. Die Nachbarn dürften auch nicht schlecht staunen, wenn die von der Arbeit nach Hause kamen. Also parkte er zwei Ecken weiter, versicherte sich nochmal das er auch in keinem Halteverbot stand und ließ sich dann von seinem Handynavi zum Haus führen. Sein Orientierungssinn war nicht der beste, auch wenn er sich im Ruhrgebiet langsam halbwegs gut auskannte. 
Ein paar Minuten später war er dann auch da und wollte klingeln. Da war aber Jemand schneller und öffnete die Tür. Lisa, ausgerechnet. „Hey Thomas, hab dich schon durchs Küchenfenster gesehen, komm rein“, begrüßte sie ihn und konnte es natürlich nicht lassen ihn herzlich zu umarmen. Möglichst ruhig erwiderte er die, auch wenn ihm warm wurde als er ihren Körper an seinem spürte. 
„Hab mich etwas verfahren“, entschuldigte er sich und dankte gerade allen Göttern, dass er durch den Stimmbruch war und seine Stimme nicht mehr kikste sobald er nervös wurde, denn das war er und nicht zu knapp. „Gut siehst du aus“, lobte Lisa auch gleich und brachte ihn noch weiter in Verlegenheit. „Komm, gib mir mal die Jacke, die brauchst du nicht mehr.“ Mit einem verlegenen Lächeln übergab er sie ihr und versuchte dabei wenigstens halbwegs cool und erwachsen rüber zu kommen. Gelang ihm wohl nicht sonderlich gut.
„Du siehst auch toll aus“, schaffte er es dann doch noch verspätet ihr ein Kompliment zu machen. Denn das stimmte absolut. In dem dunkelblauen Kleid sah sie noch besser aus als ohnehin schon. Dummerweise, oder viel mehr zum Glück kam in diesem Moment Benedikt um die Ecke. Genau der Mann denn er jetzt nicht sehen wollte. Lisa lächelte ihn auch gleich so zärtlich an, dass er sich am liebsten weg gedreht hätte. Ging nur nicht, weil der warte Herr Schalker Kapitän ihn natürlich auch gesehen hatte und ihn gleich in eine fest Umarmung zog.
„Groß bist du geworden Tommy“, lachte er und unwillig verzog Thomas den Mund. Wie er das hasste. „Aber machst wohl auch einen guten Job“, machte er dann gleich weiter, „Aber ein bisschen mehr musst du dich dann doch anstrengen, wenn das dieses Jahr noch was werden soll.“ Ja, diese Saison trumpften die Schalker richtig auf und sowohl Roman als auch Benedikt spielten nach der für beide erfolgreichen EM mit ziemlich großen Selbstvertrauen auf. Russland war erst im Halbfinale an Deutschland gescheitert und es wäre fast Roman gewesen, der die Deutschen raus geschossen hätte. Doch mit einem knappen Sieg hatte sich dann doch Deutschland durchgesetzt. Trotzdem hatte Russland alle Erwartungen übertroffen und war recht zufrieden, trotz der Niederlage. Dummerweise hatte das aber irgendwie, unerklärlicher Weise dazu geführt, dass die dummen Schalker jetzt vor ihnen in der Tabelle standen. 
„Ich mach meinen Job toll, das sind die Deppen auf dem Feld“, gab er zurück und dann lachten sie doch beide. Klar, er sollte seine Jungs verteidigen, aber Benedikt wusste wie er das meinte. Denn auch wenn der Ältere beim falschen Verein war verstanden sie sich eigentlich ganz gut. Außerdem nahm der ja die Feinschaft nicht ganz so schwer, jedenfalls abseits vom Rasen. 
„Dann komm mal mit“, trat jetzt wieder Lisa zwischen sie und legte ihm auch noch einen Arm um die Hüfte. Sofort versteifte er sich wieder etwas. Das sollte sie nicht machen! Erst recht nicht, wenn ihr Mann daneben stand. Dabei dachte sich mit Sicherheit niemand etwas dabei, ausgenommen ihn selbst. „Ich hol ihr gerade was zu trinken, willst du ein Bier Thomas?“ Hielt aber Benedikt sie nochmal zurück. „Nein“, verneinte der aber sofort drehte sich minimal nach hinten um den Älteren ansehen zu können, „Bin mit dem Wagen.“ Jetzt pfiff Bene auch noch anerkennend durch die Zähne, aber er konnte den Schalk in dessen Augen sehen. „Wir haben auch Alkoholfrei“, sagte er aber nur und verschwand dann ohne einen Kommentar. 
„Soso“, griff das aber dafür Lisa auf, „Gerade volljährig geworden und gleich ganz dick auftrumpfen.“ „Dick, es ist ein Opel“, widersprach er aber. Die beiden hatten ihn zum Geburtstag angerufen und er hatte sich einen Ast abgefreut. Deswegen wusste sie auch, dass er erst vor ein paar Tagen 18 geworden war. „Aber immerhin“, nahm Lisa das nicht so hin. „Hättest dir ja auch einen Beatle kaufen können.“ Das die Spitze nicht gegen ihn sondern ihren Mann ging wusste er durchaus, nur viel sein Lachen trotzdem etwas verkrampft aus. Die beiden bewiesen gerade mal wieder was für ein tolles Paar sie waren und eigentlich wollte er das gar nicht wissen. 
Doch lange blieb ihm keine Zeit zum nachdenken, weil Lisa ihn jetzt durchs Wohnzimmer ins Zelt nach draußen brachte. „Der Dortmunder!“ Wurde er da leider erst von Roman entdeckt und damit hatten es natürlich alle mitbekommen. „Danke du Schaf, hätte ich auch gleich die Trainingsklamotten anlassen können“, gab er zurück, konnte sich aber gegen die Umarmung nicht wehren, auch wenn er gewollt hätte. Leider hatte der Schalker sich die Haare abgeschnitten, aber den Spitznamen wurde er nicht mehr los. „Nein, so was hässliches wäre hier nicht ins Haus gekommen“, widersprach ihm da aber seine Cousine, die aus heiterem Himmel neben ihnen aufgetaucht war und an die er gleich weiter gereicht wurde. „Wow, Cousinchen“, lobte er, nachdem sie ihn wieder losgelassen und er sie ansehen konnte. Rot stand ihr wirklich gut. 
Und wenn er sich Roman so ansah, sah der das ganz genau so. Nur mit Mühe konnte er sich ein lachen verkneifen und ehe er sich versah war er in ein Gespräch verwickelt über Gott und die Welt. Gut, in ihrem Fall, über den Fußballgott und die Welt. Irgendwann hatte er auch sein Bier in der Hand und stand zwischen Lisa und Bene, was ihn so ganz minimal von der Unterhaltung ablenkte, aber alles in allem war es bis jetzt eine überraschend tolle Feier. Immer wieder kamen Gäste, aber noch durfte ja niemand gratulieren, weil Leonie reinfeierte. 

Thomas hatte sich wirklich gemacht, seit sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Er hatte den Stimmbruch hinter sich, hatte ein paar mehr Muskeln bekommen und sah einfach eine ganze Ecke erwachsener aus, als vor knapp einem halben Jahr. Außerdem hatte sie ihn bis dato nicht im Jackett gesehen und das veränderte doch einiges. Ihr gegenüber war er aber immer noch so wie immer und das war irgendwie schon ziemlich schmeichelhaft. 
Bene hatte das auch bemerkt, das hatte sie an seinem Blick gehen, doch so wie er sich verhielt störte ihn das kein Stück. Sie wussten alle was zwischen Marco und Thomas gewesen war. Dafür hatten wohl ein paar Tage Nationalmannschaft im Sommer gereicht, bevor Marco sich verletzt hatte. Etwas wunderte Lisa das ja schon, doch Marco hatte es wohl Roman gesagt. Der hätte dann eigentlich die Klappe halten sollen. Doch als der sich verplappert hatte, war Thomas schon vorher weich geworden und Leonie wusste schon Bescheid. Wie Bene das denn mitbekommen hatte wusste sie nicht. Trotzdem waren sie inzwischen alle eingeweiht. Deswegen hatte sie eigentlich gedacht er wäre schwul, doch wenn sie das richtig sah, war es wohl eher bi. 
„Gut sieht er aus“, flüsterte ihr irgendwann ihr Mann ins Ohr, während er ihr ein Glas Champagner gab. Da sie Beide dabei Thomas ansahen, war ziemlich klar wen er meinte und an seiner Stimme konnte sie hören, dass er das ernst meinte. „Hmhm“, stimmte sie zu und lehnte sich an ihn. „Er steht auf dich“, machte Benedikt weiter. So leise, dass außer ihnen sie niemand hören würde. „Immer noch.“ Sie hatten nicht drüber gesprochen, aber ihm war es wohl auch schon beim letzten Mal aufgefallen. Bei der EM in Frankreich. 
Fragend drehte sie jetzt den Kopf nach hinten. Was wollte er ihr damit jetzt sagen? Doch was auch immer er vor hatte, es bereitete ihm einen diebische Freude. Das Grinsen kannte sie, ihm schwebte irgendwas vor. „Er ist jetzt volljährig, Lisa“, flüsterte er ihr aber nur zuckersüß ins Ohr, küsste sie auf die Wange und verschwand dann wieder in zwischen den anderen Gästen. Ungläubig sah sie ihrem Mann hinterher. Meinte er das ernst? Einen Moment war sie wirklich etwas geschockt, doch dann mogelte sich die Frage in ihren Kopf, die da eigentlich nicht sein sollte, 'Warum nicht?'. 

Irgendwann hatte er nicht mehr rechtzeitig nein sagen können und Leonies Blick sagte ihm, dass sie gar nicht damit gerechnet hatte, dass er heute Abend noch fahren würde. Also zuckte er innerlich mit den Schultern und nahm den Alkohol an. Viel trank er aber nicht, immerhin war er schon nüchtern zu versucht Mist zu bauen, als das  er riskieren konnte betrunken zu werden. 
Und nicht nur, dass seine Augen immer wieder an Lisa hängen blieben, nein, entweder sie oder Benedikt schienen immer neben ihm zu stehen. Irgendwann hatte er sich sogar absichtlich in eine Gruppe von Leos Kolleginnen gestellt, doch selbst das hatte ihn nicht weiter gebracht. Ständig und überall sah er sie. 
Zum Glück tauchten irgendwann auch noch ein paar Freunde von Roman und wohl irgendwie auch von Benedikt auf und damit war der beschäftigt. So viele Leute wie hier waren kannte er gar nicht. Gut, vielleicht schon, aber die würde er nicht zu seinem Geburtstag einladen. Obwohl die Chefetage des BVB sicher gut aus der Wäsche gucken würde, sollte er das versuchen. 
„Na komm“, zog ihn dann aber Lisa aus dem Gespräch, welches sich um Lehrer gedreht hatte. Sie alle waren auf der Berufsschule oder waren gewesen, deswegen hatten sie alle Anekdoten um sie zum besten zu geben. Doch Lisa fasste ihn einfach am Unterarm und er ließ sich willenlos mitziehen. Zum Abschied hob er in Richtung der anderen noch die Hand, dann wandte er sich vollkommen Lisa zu und lief jetzt auch wieder selbst in die richtige Richtung.
„Ist gleich zwölf“, informierte er sie ihn und damit war auch klar, warum sie ihn geholt hatte. Er war immerhin eingebunden und deswegen musste er jetzt helfen. Gut, viel wars nicht, aber er schenkte schließlich mit, also musste er das Geschenk auch mit übergeben. Im Endeffekt bekam er allerdings Leonies Kuchen in die Hände und musste aufpassen weder irgendeine Kerze zu verbiegen und sich daran später zu verbrennen. Die blaue Kette und eine alte Brosche hatten somit entweder Benedikt oder Lisa. 
Wie er es schon befürchtet hatte, nahmen die zwei ihn doch ernsthaft in die Mitte. Was das sollte konnte er sich wirklich nicht erklären, aber er fühlte sich zeitlich unwohl und gut. Die Nervosität die die Beiden damit unabsichtlich immer wieder wach riefen war irgendwann zu einem vor freudigen Kribbeln geworden, bei dem er nur hoffen konnte, dass es nicht zu mehr wurde. Das könnte verflucht peinlich werden. 
„Na los“, forderte Bene, nachdem er einmal ins Zelt gelugt hatte und alle schon einen Kreis um Leonie gebildet hatten und anfingen runter zu zählen. Roman konnte er von hier nicht sehen, aber der musste da auch irgendwo sein. Fast zeitgleich legten ihm jetzt auch noch beide je eine Hand auf den Rücken und dirigierten ihn durch die Gäste. Als könnte er so besser laufen! Im Gegenteil, fast wäre er über seine eigenen Füße gestolpert, als Lisas Hand bis kurz über seinen Gürtel runter rutschte. Das hektische Einatmen konnte er aber nicht schnell genug unterdrücken und konnte nur hoffen, dass sie es beide nicht mitbekommen hatte.
Vielleicht hatte er ja Glück, denn in dem Moment schlug es Mitternacht und alle brachen in lauten Jubel aus. Sie blieben noch etwas verdeckt stehen und sahen jetzt Roman zu, der in die Mitte trat und Leonie als Erster gratulierte. Doch dann machte er nicht Platz für die anderen, sondern nahm ihre Hand und ging auf die Knie. In Leonies Augen konnte man gerade lesen wie in einem Buch und der zärtlich verliebte Gesichtsausdruck nach der ersten Überraschung machte mehr als klar, dass sie auf jeden Fall ja sagen würde. 
Tat sie auch, nachdem Roman die Worte über die Lippen bekommen hatte und fiel ihm um den Hals, sodass sie fast nochmal zusammen auf den Boden landeten, doch Roman schaffte es sie zu halten und sich mit ihr aufzurichten. Beide strahlten übers ganze Gesicht und egal wer ihr jetzt noch gratulieren wollte, sie ließ Roman nicht mehr los. 
Erst nachdem sich das ganze wieder ein bisschen gelichtet hatte, gingen sie alle drei nach vorne. Thomas Atem ging inzwischen wirklich schneller, denn die Beiden hatten sich unterhalten, leise bzw. gerade so laut das man sie noch verstehen konnte, trotz der ganzen Menschen. Jedoch hatten sie das hinter seinem Rücken getan und er hatte immer wieder einen Atemhauch in seinem Nacken gespürt. Die Gänsehaut auf seinen Armen wollte gar nicht mehr weg gehen. 
„Ihr Spinner!“ Wurden sie begrüßt, nachdem Leonie sie entdeckt hatte, auch die Braut und den Bräutigam auf ihrer Geburtstagstorte. „Ihr wusstet davon!“ Natürlich hatten sie es gewusst, aber das musste er gar nicht sagen, dass tat Lisa und nahm ihre beste Freundin in den Arm. Bene klopfte in der Zeit Roman auf die Schulter, der ziemlich erleichtert aussah. „Ich hab doch gesagt alles gut“, neckte der seinen Freund gutmütig, der dieses Mal auch nur glücklich strahlend nickte. 
Er allerdings stand etwas rum wie Kleinblöd mit der Torte. „Na komm, gib her“, verlangte dann aber Lisa und er tat wie ihm geheißen, bevor er Leonie ebenfalls in den Arm nahm. „Hast es ja mal geschafft was für dich zu behalten“, foppte die ihn jetzt auch noch. Oh, wenn die wüsste. Doch er lachte einfach nur und zuckte mit den Schultern. „Mir ist Folter angedroht worden“, verriet er dann verschwörerisch und grinste Lisa dabei unverschämt an. 
„Die hättest du dann auch vollkommen verdient“, blieb die aber absolut cool und Leonie lachte einfach nur, bevor sie es doch nicht mehr ohne Roman aushielt und ihn küsste. Damit waren sie jetzt eh abgeschrieben. „Na kommt, lasst uns mal dieses Monster anschneiden“, bestimmte dann aber Benedikt auch sofort das weitere vorgehen und das taten sie dann auch, sobald sie Leonie von ihrem Verlobten los bekommen hatten. 
Über die Geschenke freute sie sich natürlich auch wie bolle. „Was hättet ihr denn gemacht, wenn ich nein gesagt hätte?“ Sprach sie dann aber irgendwann die Frage aus, die sie sich irgendwann alle schon mal gestellt hatten. „Du hättest nicht nein gesagt“, beteuerte aber gerade Roman das Vertrauen in seinen Antrag. „Ach, so sicher warst du dir?“ Wurde er aber gleich von seinem Kumpel ausgelacht, „Wem ging denn nonstopp der Arsch auf Grundeis?“ So ging es noch eine ganze Weile weiter, aber sie hatten alle ihren Spaß an der Sache und besonders Leonie hatte wohl gerade einen der besten Geburtstage ihres Lebens. 

Leonie hatte ja gesagt und ihre Überraschung war auch mehr als gelungen. Tatsächlich hatten sie alle irgendwann ihre Zweifel gehabt, ob sie wirklich alles auf ihr JA aufbauen sollten, doch waren sie immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass es vollkommen abwägig war, dass sie Nein sagen können. Sie war Roman verfallen, warum sollte sie seinen Antrag nicht annehmen? Immer hin wohnten die schon zusammen und wollten auch Kinder. Also hatten sie es dann doch gemacht, trotz der wiederkehrenden Bedenken. Doch es war ja alles gut gegangen und alle waren happy. 
Das Thomas wirklich das mit der Folter angesprochen hatte, hatte sie nicht erwartet, immerhin war das ein Scherz ganz am Anfang gewesen. Sie hatten eh nur über WhatsApp geschrieben, weil Thomas in Dortmund so beschäftigt gewesen war, dass er nicht eben mal hatte vorbei kommen können. Aber das er sich noch dran erinnerte bot doch eine hervorragende Vorlage. 
Ihr war durchaus aufgefallen, wie er auf ihre Berührungen reagierte, selbst auf die absolut unauffälligen und harmlosen. Als sie dann gerade ein bisschen weiter gegangen war, war die Reaktion mehr als nur eindeutig gewesen. Benedikt hatte es dann doch weiter getrieben und auch wenn sie das ganze nicht wirklich abgesprochen hatte, ja nie über so was überhaupt gesprochen hatten, lief es jetzt fast wie von selbst. 
Thomas war nicht mal betrunken, trotzdem schaffte er es nicht, sich aus ihren Umarmungen zu lösen, oder ihre mehr oder minder unauffälligen Annäherungen zurück zu weisen. Das ließ ja nur den Schluss zu, dass er es gar nicht wollte. Auch als sie ihn von hinten ihn den Arm nahm um vermeintlich über seine Schulter etwas zu Leone zu sagen spürte sie, wie er sich wohl unwillentlich sofort sein bisschen an sie lehnte. 
Sobald sie und Bene ihm zu nahe kamen konnte sie sogar sehen, dass sein Atem sich beschleunigte. Als sie ihn vorhin am Arm zur Seite genommen hatte, hatte sie auch seinen Puls gefühlt, deutlich zu schnell. Eigentlich hatte sie das nochmal mit ihrem Mann besprechen wollen, absichern, dass sie beide damit einverstanden waren doch das war unnötig. Benedikt berührte Thomas mindestens genau so oft wie sie und sie konnte ihm ansehen, dass ihm die Reaktion des Jüngeren gefiel. 
Nicht, dass ihr Mann schwul war, bei Leibe nicht, aber er fand durchaus Gefallen daran wenn Menschen auf ihn reagierten und das tat Thomas ganz offensichtlich. Und Bene war ein offener Mensch, immer bereit neues auszuprobieren und das hier fiel wohl für ihn eindeutig noch unter 'machbar'. Ein bisschen wunderte sie das schon, aber nicht so sehr, dass es sie abhalten würde. Wenn sie alle drei einverstanden waren, warum nicht. 

Irgendwie hatte er ja gehofft, dass es nach der Gratulation besser werden würde. Doch das wurde es nicht. Wenn er ehrlich mit sich war, hatte er auch eigentlich mehr genau darauf gehofft. Jetzt berührte ihn allerdings nicht nur Lisa so oft, dass es kaum noch zufällig sein konnte, jetzt fing auch Benedikt an ihn aktiv zu berühren. Irgendwann wurde es so krass, dass er gar nicht mehr wusste wo hin mit sich weil er eigentlich nur noch wieder zur Ruhe kommen wollte. 
Auf der anderen Seite war es so aufregend, dass er auf keinen Fall wollte das es endete, was auch immer die Beiden da taten. Klar, was sie an sich taten hatte er auch verstanden, inzwischen hatte er sich sogar getraut sich einzugestehen, dass er das gar nicht missinterpretieren konnte. Doch warum?! Das war doch die entscheidende Frage. Einer, okay, aber beide? Sie waren doch glücklich, für jeden das Paradebeispiel eines glücklichen Ehepaars. 
Er hatte es den ganzen Abend nicht geschafft sich irgendeiner Berührung zu entziehen, aber er hatte auch keine erwidert. Immerhin hatten die Beiden immer ihn berührt, es zufällig wirken lassen und ihn trotzdem immer nervöser gemacht. Als Lisa kurz nach eins dann einfach nach seiner Hand griff und ihn aus dem Raum führte schlug ihm das Herz schon wieder bis zum Hals. 
Deswegen bekam er auch nicht mit, wie sie ihren Mann quer durch den Raum anlächelte und der das nicht nur erwiderte sondern auch noch zustimmend nickte. Thomas war vollkommen damit beschäftigt nicht in Schnapsatmung zu verfallen. Als er dann aber von Lisa nicht etwas in die Küche gebracht wurde um ihr beim Tagen oder sonst was zu helfen, sondern sie ganz selbstverständlich die Treppe hoch ging war es auch mit der letzten Ruhe und gespielten Coolness vorbei und er ballte die freie Hand zur Faust und fing an auf seiner Lippe rum zu beißen. 
So mit sich beschäftigt bekam er auch nur am Rande mit welchen Raum sie gerade betraten, sah das Bett aber und blieb stocksteif stehen. Das konnte nicht sein. Das war einfach unmöglich. Erst als Lisa sanft sein Gesicht zu sich drehte und ihn mit einem Daumen auf seiner Unterlippe daran hinderte weiter darauf herum zu beißen, löste sich die Starre ganz langsam wieder. Allerdings müsste sie sein Herz schlagen hören, bei jedem Schlag schnürte es ihm ein bisschen die Kehle zu. 
„Ganz ruhig“, versuchte Lisa ihn auch gleich zu beruhigen. 'Wie denn?' Hätte er sie am liebsten gefragt. Wenn sie so nah vor ihm stand und es fast nicht eindeutiger ging? Doch er bekam keinen Ton raus. „Hier passiert nichts was du nicht willst“, redete sie aber ruhig und leise weiter. Dabei bildete er sich ein, in ihren Augen so etwas wie Vorfreude lesen zu können. Ja, so gings ihm auch, wäre das nicht so verflucht surreal. 
Lisas Hände legten sich dann beide fest auf seine Wangen und er war sich fast sicher, dass sie ihn küssen würde, auch wenn er es immer noch nicht geschafft hatte sich zu bewegen, als ihre Augen an ihm vorbei huschten und einen Moment später die Tür ins Schloss gedrückt wurde und er hören konnte wie sich der Schlüssel drehte. 
„So schüchtern?“ Hörte er dann Benedikts Stimme hinter sich und spürte ihn einen Moment später in seinem Rücken. Spätestens jetzt konnte er sich nicht mehr gegen das Gefühl der Erregung wehren und beinahe hätte er jetzt schon gestöhnt, doch des Biss auf die Lippe kam gerade noch rechtzeitig. Denn Kuss bekam jetzt auch nicht er, sondern Bene, aber dabei drücken sie sich beide so nah an ihn, dass er trotzdem irgendwie Teil davon war. Danach ließ er einfach los, wollte genießen was auch immer da kommen würde.
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